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Pekelne Doly 2011

…ein sehenswerter Bikertreff…

Die Idee war nicht neu. Schon letztes Jahr regten einige meiner Freunde eine Tour ins tschechische Novy Bor an. Sie wollten die „einzigartige Motorradhöhle“ mal sehen.
Nach einigen Recherchen stellte sich heraus, dass diese „Teufelsgrube“ gar nicht so übermäßig weit weg liegt. Also plante ich mal eben eine „Wochenendtour“ als Saisoneröffnung für dieses Jahr. Zweitägig sollte sie werden. Wir wollten ja auch unbedingt mit den Motorrädern in dieser Höhle übernachten.
Sicher. Diesen Motorradtreff kann man ohne wirkliche Probleme von Chemnitz aus auch an einem Tag besuchen. Doch ich wollte die landschaftlich schöne Strecke mit einem geringen Bundes- und Europastraßenanteil nehmen.
Gesagt getan. Leider ereilte einen Mitreisenden auf der Anfahrt die Defekthexe. Also starteten wir zu sechst in Richtung „Pekelne“.
Bei schönstem Wetter durchfuhren wir das Erzgebirge und machten die erste Kaffeepause beim Bikertreff an der Talsperre Rauschenbach. Die Wirtin war irgendwie vollkommen überdreht. Ständig am quasseln, erzählte sie uns die ganze Geschichte des Treffpunkts und was sie da alles noch machen wollten. Aber der Kaffee und die Bockwurst haben geschmeckt. Mit etwas Sorge betrachtete ich die dunklen Wolken, die während der Pause aufzogen. Regen wäre jetzt nicht so toll. Die Gute plapperte fröhlich weiter und wollte uns unbedingt noch die Holzwerkstatt ihres Mannes zeigen, der dort erzgebirgische Volkskunst herstellte. Viel hatte ich nicht davon. Immer mit einem Auge am Himmel kann man die Leuchter und Holzbilder nicht wirklich bewundern.
Im Trockenen ging es dann auch weiter. Die nächsten Bergstraßen, Kurven und Spitzkehren warteten schon. Deswegen waren wir ja schließlich hier.
Die nächste Etappe führte uns nach Bad Schandau. Okay, die Straßen durchs Bahratal waren eine einzige Katastrophe. Ich weiß gar nicht mehr, wer mir gesagt hatte dort sei frisch asphaltiert worden. Dafür entschädigte der Blick zur Festung Königstein hinauf, an deren Fuß sich die Straße entlang schlängelte voll und ganz. Von da unten gesehen wirkt die Burg tatsächlich uneinnehmbar.
Nachdem wir an der Grenze getankt und noch eine Pause gemacht haben, begann mein „Lieblingsabschnitt“ der ganzen Tour.
Da ich die Route schon im Vorfeld abgefahren hatte, wusste ich ja was uns erwartete. Doch auch für mich war dieser Teil wieder ein Erlebnis. Auf schmalen, teilweise steilen und super kurvenreichen Straßen fuhren wir auf der tschechischen Seite des Erzgebirges runter. Der Asphalt war rau und griffig. Der Weg führte uns durch Wälder und felsige Schluchten. Man könnte meinen, dort käme kaum jemand lang. Es war atemberaubend.
Das letzte Teilstück war dann eher wieder entspannt zu fahren und wir konnten auch mal am Hahn drehen…
Der Anblick des Bikertreffs verschlug selbst mir für einen Moment die Sprache. Nachdem wir unsere Bikes erstmal abgestellt hatten, besichtigten wir staunend die Höhle. Richtige Fahrspuren haben die Betreiber da auf den Boden gemalt. Man kann dort, wenn man will, mit dem Motorrad an die Bar fahren und danach direkt zu der Sitzecke, wo man essen will. Wir allerdings nahmen unser Essen und das Bier mit raus. Die Sonne schien ja noch und draußen gab es so viele andere Motorräder und deren Fahrer zu begaffen.
Was mich eigentlich am meisten faszinierte, war die Disziplin, mit der die Biker hier unterwegs waren. So etwas kannte ich von vielen anderen Treffpunkten nicht.
Das Ende des ersten Tages verbrachten wir damit geeignete Schlafplätze für uns und unsere Bikes zu suchen und her zu richten. Ich hatte nur eine dünne Isomatte mitgenommen und mir schwante, dass das etwas zu wenig sein könnte. Matti entschied sich dann auch dafür, auf einem der Sofas zu schlafen. Zu denen hatte ich aber gar kein Vertrauen. Die stehen ständig in der feuchten und kalten Luft der Höhle…
Die Nacht war dann auch nicht wirklich erholsam. Gegen drei gab meine Isomatte endgültig auf und ließ die Kälte ungefiltert durch. Auch der Schlafsack war wenig hilfreich. Da ich nicht mit „großem Gepäck“ reisen wollte, hatte ich mich für die Sommerausstattung entschieden. Das stellte sich dann bei klammen Zehn Grad als Fehler heraus. Das nächste Mal weiß ich´s besser. Da wird ich mir so eine dicke Matratze mieten, die sie dort anbieten.
Am nächsten Morgen mussten wir alle erstmal ins Freie und uns aufwärmen. Man glaubt kaum wie schön warm die ersten Sonnenstrahlen des Tages Ende Mai sein können. Ines meinte nur, dass wir hätten draußen schlafen sollen. Wäre sicher besser gewesen. Aber genau wegen der Übernachtung waren wir hergekommen…
Ein starker Kaffee und ein Frühstück weckten dann schließlich unsere Lebensgeister wieder. Noch ein bisschen quatschen und zuschauen wie die Gruppe der Goldwingfahrer ihre „Geräte“ aus der Höhle bugsierten und dann ging es auch für uns ans Packen.
Die Rückfahrt hatte ich durch die tschechische Republik geplant.
Auch hier kannte ich ja schon den größten Teil der Route. Durch malerisch gelegene Dörfer fuhren wir erstmal in Richtung Süden. Nach wenigen Kilometern schon verließen wir die gut ausgebaute Hauptstraße und waren schlagartig in einer anderen Welt. Tschechien erlebt man nun mal nicht auf Europastraßen.
Matti meinte nur er hätte noch nie so geile Straßen mit so wenig Verkehr gesehen. Direkt an der Elbe entlang führte ich unsere Gruppe durch Litomerice. Dort beging ich einen „folgenschweren“ Fehler. Um einer langweiligen Geradeausfahrt von 20 Kilometern zu entgehen, entschloss ich mich spontan von der geplanten Route ab zu weichen. Auf der Karte und dem Navi sahen die Straßen vielversprechend aus. Diese wurden immer kleiner und kurvenreicher, ganz mein Geschmack. Insgeheim beglückwünschte ich mich zu meiner Entscheidung. Doch das dicke Ende ließ nicht lange auf sich warten. Irgendwann wurde die Straße schmutzig, dann bröckelig und schließlich war Asphalt Mangelware. Als ich vorn schon dachte ich müsse meinen Fehler eingestehen und die Gruppe zur Umkehr bewegen, war nach einer Ecke wieder alles Bestens. Da denkt man, man kommt jeden Moment in einem Bauernhof raus, wo es nicht weitergeht und steht plötzlich vor einer 5 Sterne Hotelanlage mit Tennisplatz. Ich frage mich heute noch wie die mit ihren Nobelkarossen dort hinkommen.
Sehr zu meiner Verwunderung nahm mir niemand den kaum vorhandenen Asphalt übel. Nein Die meckerten, weil ich zwischendrin nicht angehalten hab um sie eine Burg, die zugegeben wunderschön auf einem Berg stand, fotografieren zu lassen.
Es zeigte sich wieder dass ich die schönsten Wege finde, wenn ich mich verfahre.
Nach dieser Einlage befand ich mich wieder auf vertrautem Terrain. Nun konnte nichts mehr schiefgehen. Immer höher wand sich die Straße zum Erzgebirgskamm hinauf. Am frühen Nachmittag erreichten wir den Grenzübergang bei Deutscheinsiedel, wo wir noch gemütlich etwas aßen.
Entlang der Grenze fuhren wir nun in Richtung Heimat.
Kurz vor Olbernhau erwischte uns der Regen, der uns das ganze Wochenende verschont hatte doch noch. Wir stellten uns an einer Tankstelle unter und wurden von einer anderen Gruppe eingekesselt, die die gleiche Idee hatte. Nach einem kurzen Plausch mit den Österreichern wollten wir aber weiter. Es sah nicht so aus, als ob es in kürzerer Zeit aufklaren würde und wir wollten nach Hause. So kam die Regenkombi doch noch zum Einsatz.
Leider verdarb der Regen den letzten Teil einer ansonsten sehr schönen Reise.
Wir haben uns ausgemacht diese Tour auch 2012 wieder zu machen.

NEWS -- NEWS -- NEWS

09.01.2012 - 12:27
Blog online
Liebe Freunde von The Way... ab heute ist mein Reiseblog "auf Sendung".
Dort könnt ihr euch über den Fortschritt der Planungen für 2012 informieren.
Viel Spaß beim Lesen.

01.01.2012 - 09:36
Gesundes neues Jahr
Ich wünsche allen Bikern ein gesundes, erfolgreiches, sturzfreies Jahr 2012.
Immer eine Handbreit Asphalt unter den Rädern und eine schöne Tour zum Fahren.